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Befristete Arbeitsverträge im öffentlichen Dienst

Für viele Erwerbstätige beginnt laut der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 der Einstieg mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Dies betrifft v.a. 15- bis 29-Jährige. Befristete Vollzeitbeschäftigte gibt es am häufigsten im öffentlichen Dienst (14 Prozent) und im Dienstleistungsbereich (11 Prozent), seltener sind sie im industriellen Bereich (8 Prozent) und im Handwerk (7 Prozent) anzutreffen. Drei von vier befristet Beschäftigten in Vollzeit wünschen sich einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Engpässe bei Berufskraftfahrern

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat erstmals berechnet, wie viele ältere Beschäftigte aus einzelnen Engpassberufen in den nächsten 15 Jahren in Rente gehen. Besonders bei Gesundheitsberufen und Berufskraftfahrern wird es schwer werden, die frei werdenden Jobs wieder zu besetzen. Quantitativ betrachtet wird der größte demografisch bedingte Ersatzbedarf bei Berufskraftfahrern entstehen: Etwa 230.000 von 520.000 Berufskraftfahrern – das sind 44 Prozent – waren im Dezember 2013 mindestens 50 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit den Arbeitsmarkt verlassen. Rücken nicht genügend Nachwuchskräfte nach, wird sich der Engpass weiter verschärfen.

Fachkräfteengpässe in Unternehmen

Es fehlt nicht nur an gut ausgebildeten Ingenieuren, sondern an Fachkräften mit den unterschiedlichsten Qualifikationen. Das zeigt die Analyse Fachkräfteengpässe in Unternehmen, die das IW jetzt vorgelegt hat. Unter den zehn Berufen mit den größten Engpässen befinden sich allein fünf MINT-Berufe. Dazu gehören beispielsweise Mechatroniker, Elektriker und Ingenieure für Luft- und Raumfahrttechnik.

Immer mehr junge Menschen machen ihren Abschluss

Die Zahl junger Menschen in Deutschland, die ohne Berufsabschluss ins Leben starten, ist spürbar zurückgegangen. Während im Jahr 2005 noch 16,5 Prozent aller Personen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren, die sich nicht mehr in der Ausbildung befanden, über keinen beruflichen Abschluss verfügten, waren es 2011 es nur 13,4 Prozent.

Weiterer Rückzug der Betriebe gefährdet Leistungsfähigkeit des dualen Systems

Die positive Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt gerät zunehmend in Gefahr. Denn ausbildungsinteressierte Betriebe und Jugendliche finden immer häufiger nicht zusammen. Dieser Trend, der bereits im vergangenen Jahr zu beobachten war, setzt sich auch 2013 fort. Zwar sank die Zahl der Ausbildungsstellenbewerber geringfügig (- 600), doch waren zum Ende des Berichtsjahres Ende September deutlich mehr Jugendliche als im Vorjahr immer noch auf Lehrstellensuche (+ 7.600). Den Betrieben erging es nicht anders. Es gab weniger Lehrstellenangebote als zuvor (- 6.300), und dennoch stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze (+ 300). Es sei leider zu befürchten, so Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), dass sich die betroffenen Unternehmen enttäuscht vom Ausbildungsmarkt zurückziehen und auf Seiten der Jugendlichen die Zahl der Altbewerber wieder steigt. "Es besteht dringender Handlungsbedarf, um diese Entwicklung aufzuhalten."

MINT-Report

Dank des technischen Fortschritts sind Fachkräfte mit einem Abschluss in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) weiterhin begehrt. Immer noch können viele Stellen nicht besetzt werden – es fehlt schlichtweg an Bewerbern. Und zwar nicht nur bei den Akademikern, sondern mittlerweile auch in den Ausbildungsberufen, wie der neueste MINT-Report des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt. Zuwanderung aus dem Ausland vermindert dieses Problem.

30-Stunden-Chefs

In Deutschland üben laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) derzeit 8 Prozent der Führungskräfte ihren Job in Teilzeit aus. Meist sind es Frauen, die sich auf innovative Arbeitsmodelle wie die Tandem-Führung einlassen oder das Chef-Dasein in einer 30-Stunden-Woche bewältigen.

Schlussfolgerungen aus der neuen OECD-Bildungsstudie

"Mehr in die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland investieren"
Als Konsequenz aus der neuen OECD-Studie zum Bildungsstand Erwachsener hat BIBB-Präsident Esser dazu aufgerufen, mehr in die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland zu investieren, insbesondere die Nachqualifizierung An- und Ungelernter verstärkt zu fördern sowie den Übergang junger Menschen von der Schule in den Beruf weiter zu optimieren. "Um den Bildungsstand Erwachsener nachhaltig zu verbessern, muss vor allem ein systematischer Ausbau berufsbezogener Weiterbildungsmaßnahmen erfolgen, die zu anerkannten Berufsabschlüssen führen." Ziel müsse es sein, die hohe Quote der jungen Menschen ohne Berufsabschluss entscheidend zu senken.

BIBB-Projekt zur "Qualifikationsentwicklungsforschung Erneuerbare Energien" gestartet

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) untersucht die im Zusammenhang der erneuerbaren Energien bestehende Beschäftigungsstruktur sowie die beruflichen und qualifikatorischen Anforderungen am Arbeitsplatz aus Sicht der Beschäftigten und der Betriebe zu identifizieren. Im zweiten Schritt soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit das verfügbare Angebot an Qualifikationen quantitativ und qualitativ ausreicht, um die energiepolitischen Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien umzusetzen.

Wenn Auszubildende ihren Vertrag lösen, orientieren sie sich zumeist neu

Weniger Auszubildende im Handwerk als die Statistik ausweist, brechen ihre Ausbildung ab. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung der Handwerkskammer der Pfalz, des Wirtschaftsministeriums und der Universität Mainz. Selbst der Großteil der Jugendlichen, die ihren Ausbildungsvertrag kündigen, wollen nicht ihren Ausbildungswunsch aufgeben, sondern neue Wege gehen: Sie wechseln zum Beispiel den Beruf oder den Ausbildungsbetrieb. Weil im Handwerk überproportional viele Ausbildungsverhältnisse vorzeitig aufgelöst werden, sehe sich dieser Wirtschaftsbereich häufiger Kritik ausgesetzt. Zwei Drittel plant wieder eine berufliche Ausbildung während ein Drittel noch keine neuen beruflichen Pläne haben.